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Exkursion zum Konzentrationslager Natzweiler-Struthof

Exkursion zum Konzentrationslager Natzweiler-Struthof

Am 24.November wurden wir, die Klassen 10a und 10 b, Zeugen der Untaten des so genannten „Dritten Reiches“.
Neben dem, was wir am Ende des Tages erblickten, möchte man meinen, dass der Morgen recht gewöhnlich und routiniert ablief.
Wir trafen uns morgens vor dem Schulgelände und fuhren gemeinsam nach Straßburg, wo wir die Möglichkeit hatten den Vormittag zu verbringen. Um 13 Uhr begann das Programm zum eigentlichen Ziel des Tages. Etwa 55 km südlich des schönen Straßburg befindet sich das Arbeits- und Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, indem 22000 Menschen ihr Leben ließen.

Mitten auf der Busfahrt dorthin hieß es für uns Endstation und wir bekamen die Aufforderung die Jacken im Bus zu lassen. Wir stiegen also etwas perplex aus und warteten in der Kälte, bis sich alle Schüler an einem Bahngleis versammelt hatten.
Was wir zu der Zeit nicht wussten: Hier, 8 km von dem Konzentrationslager entfernt, lag das letzte Stück der Zugfahrt der Häftlinge.

Diese Häftlinge, die natürlich unter viel schlimmeren Umständen als wir litten und hier standen, mussten ebenso frieren, wie wir in diesem Moment. Der Unterschied, wir konnten nach 5 Minuten zurück in den warmen Bus, sie aber mussten die Kälte von nun an bis zu ihrem sehr wahrscheinlichen Tod im Lager ertragen.
Aus einem Zeitzeugenbericht haben wir erfahren, was die künftigen Lagerinsassen bereits auf dem Transport erdulden mussten, z.B.  da die Arme und Beine durch das Verharren während der tagelangen Fahrt unfähig zur Bewegung waren, mussten die Neuankömmlinge das erste Stück des Marsches zum Lager kriechen.
Doch dieser Marsch war kein kurzer Spaziergang. Nein, um dieses schreckliche vorgegebene Ziel der SS-Leute zu erreichen, mussten die Menschen 8 Kilometer bergauf durch unwegsames Gelände marschieren. Dies war in ihrem kranken und kraftlosen Zustand so gut wie unmöglich. Wer keine Kraft mehr hatte, wurde zurückgelassen. So etwas wie Pausen gab es nicht.
Im Lager angekommen, ging die Hölle auf Erden jedoch erst richtig los…

Wir haben das Lager und das daran angeschlossene Museum in zwei Gruppen erkundet. Je eine Klasse begann im Museum und im Lager selbst, nach etwa 2 Stunden wurde getauscht: Unsere Führung durch das Lager begann.
Spätestens jetzt verging den meisten Schüler das Lachen. Uns wurde klar, dieser Ort ist ein riesiger Friedhof. Die Grausamkeit der grenzenlos unmenschlichen Voraussetzungen in denen Unschuldige ihre letzten Tage, Woche und Monate über sich ergehen lassen mussten, kann man nicht in Worte fassen.
Genauso wenig wie die Perversität des Systems im Hinblick auf die Gefangenen. Diese wurden meist so gequält, dass sogar sich das Leben zu nehmen, der nächstliegendste und einfachste Ausweg für viele erschien.

Das Wetter stand im Einklang zu dem, was wir vor uns sahen. Es zog Nebel auf und ein eiskalter Wind begann zu wehen.

Lange Zeit nach der Exkursion war es auf dem Heimweg in vielen Ecken weiterhin totenstill. Viele Schüler blieben für sich und wollten auch das Nachdenken der anderen nicht stören.

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