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Wie kommt die Jeans in unseren Kleiderschrank?! Ein Workshop des EPIZ mit Schülern der Hermann-Hesse-Realschule

Reutlingen, Hermann-Hesse-Realschule, Freitag 17. Oktober2014.

Das Erste was die Schülerinnen und Schüler der 9 Klasse an der Hermann-Hesse-Realschule sahen, als sie in ihre Mensa kamen, war eine riesige Landkarte die auf dem Boden ausgebreitet war und hier wiederum rundherum Stühle verteilt waren.
Die leitende Lehrerin Frau Metzler und die Fachschaftsvorsitzende des Schulfachs „Mensch und Umwelt“ Frau Waiblinger überreichten dem Referent Claude Keil aus Togo ein Kochbuch als Dankeschön.
Zu Beginn bekamen die Schüler ein Arbeitsblatt, was weniger ein normales Arbeitsblatt war, sondern ein kleines Spiel. Hierbei mussten sie herausfinden, was ihre Mitschüler mit Mode zu tun haben oder hatten. Dies war sehr förderlich für den weiteren Verlauf des Vormittags, denn sie haben hierbei auch mehr über ihre Mitschüler erfahren können.
Daraufhin stellte sich Herr Keil noch etwas genauer vor. Er arbeitet im Auftrag für das Entwicklungspädagogische Informationszentrum Reutlingen, kurz EPIZ. Und er kommt ursprünglich aus Togo/Afrika.
Bei der darauffolgenden Besprechung des kleinen Arbeitsauftrages wurde die große Landkarte auf dem Boden mit einbezogen.
Auf dieser Welt leben knapp 7 Milliarden Menschen. Mit Hütchen, es waren 30 Stück, wurde die Bevölkerungsrate der einzelnen Kontinente verbildlicht.
Hierbei fiel den Schülern sofort auf, dass Australien/Ozeanien die kleinste Bevölkerungsrate hat und daher kein Hütchen bekam. Asien bekam im Gegensatz zu den anderen Kontinenten am meisten Hütchen, da mehr als 60% der kompletten Weltbevölkerung in Asien lebt.
Danach wurden Dollarnoten auf der Landkarte und den einzelnen Kontinenten verteilt. Und hierbei fiel allen Schülern deutlich auf, dass die Verteilung des Geldes an manchen Stellen echt ungerecht war. Denn beispielsweise hat Europa mit lediglich 3 Hütchen ganze zehn Geldscheine bekommen. Was darauf zurückschließen lässt, dass die Wirtschaft in Europa sehr gut ist. Ebenso ist es auch in Nordamerika, hier stand nur ein ein einziges Hütchen und es waren dennoch acht Geldscheine. Dies waren zwei Beispiele die klar machten, dass diese Kontinente eine gute Infrastruktur haben. Jedoch wurde allen klar, dass Afrika überwiegend sehr ärmliche Verhältnissen hat. Dort standen fünf Hütchen und nur ein einziger Geldschein.
Nach diesen neuen und oft sehr traurigen Erkenntnissen, durften die Schüler selbst mal herausfindenden woher eigentlich ihre getragene Kleidung kam und wo sie hergestellt wurde.
Mit einer PowerPoint Präsentation von Herr Keil ging es weiter. Diese war mit Fragen aufgebaut. Die Schüler durften hierbei die richtige Lösung erraten, im Anschluss haben sie dann immer die Lösungen erfahren. Oft waren sie auch überrascht, denn manche Antworten hätten sie so nicht erwartet.
Die Haupt Baumwollherstellungsländer sind China, Indien und die USA. Die Arbeiter in vielen Firmen arbeiteten meistens 13-17 Stunden, sieben Tage die Woche. Dennoch bekommen sie für diese langen Arbeitstage lediglich 1% von den Einnahmen eines Kleidungsstückes.
Die 'Living Wage Kampagne - für Saubere Kleidung' setzt sich für einen
Existenzlohn in der Welt ein. Denn Hungerlöhne haben direkte Auswirkungen auf die ArbeiterInnen und ihre Familien: Extrem lange Arbeitstage, Mangelernährung, schlechte Wohnbedingungen und ungenügende medizinische Versorgung. Die Clean Clothes Campaign, wie sie auf Englisch heißt, legt international den Fokus auf eines der Kernthemen in der globalen Lieferkette einen "Lohn zum Leben". Weitere Informationen finden sie auf Ihrer Internetseite www.sauberekleidung.de
Im Jahr 2012 wurden 2,5 Millionen Kleidungsstücke fair gehandelt.
Zur Jeansproduktion werden allein 11000 Liter Wasser verbraucht.
Bei einer Veredelung einer Jeans sollte man besonders auf den Einsatz
physikalischer/mechanischer Chemikalien achten. Hierfür gibt es auch 6 verschiedene Gütesiegel. Wobei man für jedes aber noch einzeln unterscheiden muss für was sie sich einsetzen, denn die einen setzen sich eher gegen die Chemikalien ein und die anderen eher für einen Mindestlohn oder andere Dinge. Ein LKW-Zug voll gefüllt mit Altkleidern, wäre so lang wie eine Strecke von Köln nach München. Davon sind laut 'www.fairwertung.de' noch 85% tragbar.
Nach dieser sehr informativen PowerPoint Präsentation wurden die Schüler in Gruppen eingeteilt. In denen sie vier verschiedene Hauptgruppenthemen erarbeiteten. Diese verschiedenen Gruppen waren 'Baumwollexporte Weltweit', 'Jeans', 'Altkleider-Alte Kleidung, Neue Ideen?' und 'Arbeitsbedingungen und unser Beitrag zu einer gerechteren Textilproduktion'.
Am Schluss des Vormittags fanden sich nach der Gruppenarbeit wieder alle zusammen und besprachen die Ergebnisse der einzelnen Gruppen.
Viele Arbeiter werden immer noch ungerecht behandelt, beleidigt und
geschlagen und wenn sie schwanger werden sollten, sofort rausgeschmissen.
Die Erkenntnis der Gruppe 'Altkleider-Alte Kleidung, Neue Ideen?' war, dass es eine Wiederverwendung der Altkleider geben muss und diese stärker genutzt werden sollte. Vorschläge hierfür waren Secondhandshops oder Spendenorganisationen die unsere Altkleider in ärmere Länder bringen.
Die leitende Lehrerin Frau Metzler und die Fachschaftsvorsitzende des Schulfachs „Mensch und Umwelt“ Frau Waiblinger überreichten dem Referent Claude Keil aus Togo unser Schulkochbuch als Dankeschön.
Die Klasse 9 der Hermann-Hesse-Realschule Reutlingen bedankt sich für diesen sehr informativen Vormittag bei Herrn Claude Keil.
Artikel von Sonja Wandel.

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